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Wohnhaus mit Sandwichelementen in Vechta Zufriedene Bauherren Die Wohnanlage, ein großes Einfamilienhaus mit Schwimmbad, Doppelgarage und Pferdestallung wurden außen und innen eingehend besichtigt, fotografiert und gefilmt. Architekt Michael Bünker von der Planungsgemeinschaft IdeeArtisten und die Bauherren, ein Ehepaar mit drei Kindern, wurden interviewt. Zwischenzeitlich leben die Bauherren seit einem Jahr in diesem Haus und äußerten sich sehr zufrieden über die Qualität des Wohngebäudes. Die Bauherren konnten bislang keinerlei Geräusche oder gar lautes Knacken der Dachkonstruktion wahrnehmen. Da alle Familienmitglieder ihre Schlafzimmer in der ersten Etage des Hauses haben und sich die von innen sichtbare Sandwichkonstruktion über diesen Räumen befindet, kann man davon ausgehen, dass es tatsächlich keine Geräuschentwicklung aus der Dachkonstruktion gibt. Für die Dächer des Wohntrakts, Schwimmbads und der Doppelgarage setzte Bünker trapezprofilierte Sandwichelemente im Farbton Weißaluminium (RAL 9006) mit einer Bauteildicke von 140 mm ein. Für die Pferdestallung kam das gleiche Trapezprofil und der gleiche Farbton, jedoch mit einer Bauteildicke von 100 mm zum Einsatz. Alle sichtbaren Details der Dachkonstruktionen über dem Wohnhaus, Schwimmbad, der Garage und der Pferdestallung wurden auch in den kleinsten Anschlussdetails sehr sauber ausgeführt.
Abb. 4.4.1 Luftaufnahme des Wohngebäudes in Vechta mit Schwimmbad, Doppelgarage und Pferdestallung - Die Wohnfläche beträgt 342 m² (Garage 77 m²), der umbaute Raum inklusive Wellnessraum mit Schwimmbad und Sauna 1.508 m³. Planungsaufgabe Planungskriterien
Abb. 4.4.2 Ansichten des Wohngebäudes mit Schwimmbad und Doppelgarage
Anforderungen an die Gestaltung Drei versetzt angeordnete einfache Kuben, von denen der mittlere als Wohnhaus zweigeschossig ist, während die beiden anderen als Wellnessraum und Garage eingeschossig sind, wurden großflächig von Fensterelementen durchbrochen und von einem Sandwichdach mit großen Überständen in flach geneigter Pultdachweise mit 5 Grad Neigung abgeschlossen. Unterhalb der Dachüberstände ordnete Architekt Bünker in regelmäßigen Abständen Edelstahlkonsolen an, die im Traufbereich der beiden Pultdachkonstruktionen sowie an den Ortgängen des Satteldachs die auskragenden Breitseiten der Sandwichelemente statisch stützen. Überall dort, wo die Längsseiten der Sandwichelemente auskragen, sind diese Konsolen aus statischen Gründen nicht erforderlich, haben also ausschließlich gestalterische Funktion. Unmittelbar unter den Dachelementen wurde umlaufend ein Fries aus einem ca. 12 cm breiten Edelstahlprofil montiert. In die Putzfläche wurden ebenfalls ca. 12 cm breite Edelstahlbänder als Eye-catcher (Teilfriese) eingearbeitet.
Abb. 4.4.7 Eingangsbereich des Wohngebäudes (links) mit Doppelgarage (rechts)
Der Eingangsbereich wird durch ein über beide Geschosse durchlaufendes Fensterelement betont, welches das Treppenhaus belichtet. Der Sockel besteht aus dunkelgrauen Betonwerksteinen. Die Farben des Außenbildes beschränken sich so auf das "Silber" der äußeren Dachhaut und seiner Edelstahlabschlussbleche, das Weiß des Putzes (eine hochwertige Schmutz abweisende Rauputzbeschichtung, die großzügigen Glasflächen und das dunkle Grau des Sockels, der Kunststofffensterrahmen, der Türen und des Tores. Weitere Akzente setzen die Beleuchtung und die sparsam eingesetzte Begrünung der Fassade. Im Innern des Hauses herrschen wieder Helligkeit und Licht vor. Daneben sind die Fußböden im abwechslungsreichen Schattierungsspiel schwarzen Granits gehalten. Ergänzt wird dies an einigen Stellen im Treppenbereich durch gebürsteten Edelstahl und grauen Stahl. Im Obergeschoss setzt sich dieser Stil konsequent fort und wird durch das unverkleidete Sandwichdach mit Farbton Weißaluminium (RAL 9006) verstärkt. Lediglich im Flurbereich wurde die Decke abgehängt, um Versorgungs- und Lüftungsinstallation zu verdecken. Auch in der Garage und im Wellnessraum verzichtete man bewusst auf eine Verkleidung der Sandwichelemente. Die gesamte Wohnfläche beträgt 342 m² (Garage 77 m²), der umbaute Raum inklusive Wellnessraum 1.508 m³.
Abb. 4.4.11 Treppenhaus im Wohngebäude
Konstruktion In Garage und Wellnessraum, die beide ihre Flächen von ca. 9 x 9 m ohne störende Stützen behalten sollten, wurden quer zur Verlegerichtung der Sandwichelemente 40 cm starke Träger aus Brettschichtholz zur Unterstützung der Dachhaut eingezogen; in der Garage einer, im Wellnessraum aus optischen Gründen zwei. Die Außenwände bestehen aus beidseitig verputzten wärmedämmenden Ziegelplanblöcken mit einer Dicke von 36,5 cm. Auf Jalousienkästen wurde vollständig verzichtet. Stattdessen wurden außen vor die Fensterrahmen Kästen mit Beschattungslamellenrollos und Insektenschutzgittern montiert. Den oberen Wandabschluss auch der Innenlängswand sämtlicher Gebäudeteile, also auch der Pferdestallung und der Garage, bildet ein Ringanker aus gedämmten Porotonschalen. Gegen die Innenseite dieses Ankers wurden umlaufend Brettschichtbinder geschraubt, die die Mauerkrone überragen, die Dachelemente tragen, und deren Verschraubung aufnehmen (Dichtschrauben aus Edelstahl - System EJOT - 6,5/150 für die Sandwichelemente auf dem Pferdestall, beim Wohnhaus entsprechend länger). Während der Rohbauphase stellte sich heraus, dass sich die Obergurte der Dachelemente durch die enorme Hitzeeinstrahlung soweit ausdehnten, dass der Brettschichtbinder in der Hauslängsachse ca. 2 - 3 cm angehoben wurde. Dieser wurde dann mit zwei Stahlprofilträgern gegen die Deckenplatte des EG verschraubt. Um eine Verletzung der Dachhaut zu vermeiden, wurden die Heizungs- und Entlüftungsauslässe seitlich geführt. Auf Zahnbleche zum Schutz der Kunststoffprofilfüller verzichtete man, da diese keiner UV-Strahlung ausgesetzt. Alle Kantteile und Metallprofile wurden für dieses Projekt nach Maßvorgaben des Architekten aus Edelstahl gefertigt.
Abb. 4.4.15 Ringanker für Auflager der Dachelemente
Überdenkenswert ist der Detailpunkt des Dachanschlusses an das Mauerwerk, da hier das Problem der Wärmebrücke durch die untere metallische Deckschicht des Sandwichelements gegeben ist. Ob die Verletzung dieser Deckschale durch einen Trennschnitt wirklich die richtige Lösung ist, sollte aus Sicht des Architekten noch einmal überdacht werden. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die nach theoretische Erkenntnissen vorliegende Wärmebrücke sich in der Praxis nicht als Wärmebrücke erkennen lässt. Auch an sehr kalten Tagen konnten in diesem Anschlussbereich der Konstruktion keine Erscheinungen festgestellt werden, die auf eine nennenswerte Abwanderung von Wärmeenergie hindeuten. So blieb z.B. auch in Räumen mit hohen Raumlufttemperaturen (Bad, Schwimmbad / Wellnessraum der Schnee in gleicher Höhe auf dem Sandwichdach liegen. Vergleichsweise war der Schnee auf anderen Gebäudedächern in der unmittelbaren Umgebung relativ schnell abgetaut Bauherr und Architekt sind hier einen anderen Weg gegangen, der aus den Detailausführungen zu entnehmen ist. Sinn war hier, den Bereich der Unterschale, der sich im Bereich der Wand befindet, einzupacken, den Taupunkt so in den Bereich des Mauerwerks zu verlegen, und das darunter liegende Mauerwerk mittels einer z-förmig verlegten Sperre gegen Feuchtigkeit zu schützen. Die bisherigen Erfahrungen, besonders im extrem feuchten Wellnessraum, geben diesem Verfahren Recht. Auch nach etwa einem Jahr Betrieb konnte keine Tauwasserbildung beobachtet werden. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass die Auswirkungen der Wärmebrücke an diesen Stellen nur theoretisch und somit vernachlässigbar sind. Obwohl das Schwimmbad mit etwa 28° C bis 30° C Wassertemperatur betrieben wird und die Raumlufttemperatur etwa 33° bis 35° beträgt, konnte auch an extrem kalten Tagen keine bauphysikalischen Probleme festgestellt werden.
Abb. 4.4.16 An den auskragenden Sandwichelementen wurde kein Temperaturtrennschnitt vorgenommen
Abb. 4.4.17 Umlaufende Brettschichtbinder tragen die Sandwichelemente und nehmen deren Verschraubung auf
Erkenntnis Montagezeit Baukosten Wärmeschutz
Abb. 4.4.20 Innenansicht des Sandwich-Daches im Wellnessraum
Abb. 4.4.21 Detail zur Längsverbindung der Sandwichelemente
Abb. 4.4.22 Lichtband im Firstbereich des Pferdestalldaches
Abb. 4.4.23 Südfassade des Wohngebäudes Autoren Michael Bünker
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